Zum neuen Captain America-Comic

Ist Steve Rogers ein Nazi?

Für alle, die bisher vor der großen Enthüllung über den rotweißblauen Verteidiger von Freiheit und Demokratie verschont geblieben sind:

Achtung, SPOILER für Captain America: Steve Rogers #1!

(via Captain America: Steve Rogers #1)

Autsch. Das tut weh.

Zum Hintergrund: einen Großteil seiner Integrität, seiner Ehrlichkeit und seines Mutes hat Steve von seiner ihn allein erziehenden Mutter, Sarah. In der ersten Ausgabe des aktuellen Captain America-Runs erfahren wir, dass eine Hydra-Agentin Sarah vor ihrem gewalttätigen Ehemann gerettet hat. Sie lädt Sarah und den jungen Steve zum Abendessen ein und überreicht Sarah anschließend ein Flugblatt mit dem Hyrda-Logo.

Im Laufe der Geschichte wirft Steve einen seiner Kollegen aus einem Flugzeug, mit den Worten “Hail Hydra” auf den Lippen.

Plottwists, vor allem schwer wiegende wie dieser, sind immer anfangs schmerzhaft.

Aber dieser hier ist geradezu blasphemisch, da er alles negiert, für das der von zwei jüdischen Zeichner konzipierte Steve Rogers steht:

Das bestmögliche Amerika, das Freiheit, Gleichheit und die Möglichkeit auf individuelles Glück verpricht und damit der faschistischen Ideologie Hydras diametral entgegensteht.

Nick Spencer, Autor des Comics, gab in einem Interview mit Entertainment Weekly  das Statement ab, es handele sich in dem Comic um the real Steve Rogers: kein Klon, keine Gehirnwäsche, sondern Captain America, der die Parole einer in Nazideutschland verwurzelten Organisation proklamiert.

 

Hoffen wir, dass dieser Cliffhanger sich bald in Wohlgefallen auflöst.

Steve Rogers war immer Antifaschist, und muss einer bleiben.

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VERONIKA

Veronika Kracher ist Ex-Punkerin mit angehendem Hochschulabschluss, schlecht gelaunte Ideologiekritikerin und Magierin Level 11.Veronika mag Psychoanalyse, Literatur der Moderne, sechsstündige Videospielsessions und Kastrationsängste verursachen. Außerdem kann sie fließend die Simpsons zitieren und hat früher mal in der konkret, taz und Jungle World publiziert. Ihre Lieblingsbücher sind die "Minima Moralia" von Theodor Adorno und "Slammed in the butthole by my concept of linear time" von Chuck Tingle.